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FSJler Jonas Minke bei der Arbeit | Elbstation Akademie | 2014

Was macht eigentlich…ein FSJ Kulturler im medienpädagogischen Bereich?

Jonas Minke macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur (FSJ Kultur) bei der Elbstation Akademie in Hamburg und berichtet über seinen Weg ins soziale Jahr, den Arbeitsalltag und geplante Projekte

Unter dem Motto Engagement zeigen – Gesellschaft gestalten haben Jugendliche von 16 bis 25 Jahren die Möglichkeit, sich deutschlandweit im Rahmen des FSJ Kultur im Kulturbereich zu engagieren. Auch im medienpädagogischen Bereich gibt es für Jugendliche in Hamburg mögliche Einsatzstellen. Der gebürtige Hamburger Jonas Minke ist gerade 19 Jahre alt geworden und seit September 2013 als FSJler bei der Elbstation Akademie tätig, einer Einrichtung, bei der Jugendliche gemeinsam Filme, Hörspiele, oder auch Theaterstücke entwickeln.

Mediennetz Hamburg: Wie bist du dazu gekommen, ein FSJ Kultur zu machen?

Nachdem ich letztes Jahr meinen Realschulabschluss auf einer Medienschule in Hamburg gemacht habe, wollte ich nicht sofort eine Ausbildung beginnen. Durch das Surfen im Internet habe ich dann das FSJ Kultur entdeckt. Ich habe mir die möglichen Einsatzstellen in Hamburg angeguckt und mich schnell für die Elbstation entschieden. Mein Wunsch war es, etwas mit Medien zu machen und dazu auch pädagogisch aktiv zu sein. Ich wollte etwas Neues entdecken und habe mich dann einfach beworben.

Wie sieht dein Alltag bei der Elbstation Akademie aus?

Jeder Tag ist anders hier, das gefällt mir. Die Kids kommen immer nachmittags, drei Tage die Woche. Donnerstags unterstütze ich den Theaterkurs mit den Alumnis, das sind die Jugendlichen, die seit über einem Jahr bei der Elbstation mitmachen. Es ist Tradition, dass die FSJler bei der großen Theateraufführung im Altonaer Theater im Sommer auftreten. Dienstags und mittwochs verteilen wir uns auf mehrere Gruppen, dann steht Radio oder Film auf dem Programm. Entweder gehen wir raus und drehen was, oder bleiben drinnen und schneiden. Neben technischen Fertigkeiten bringe ich den Jugendlichen aber auch andere Dinge bei. Ich helfe bei der Ausbildungs- und Praktikumsplatzsuche, oder bei Facharbeiten für die Schule. An Bürotagen erledige ich außerdem Verwaltungssachen. Wie gesagt, mein Stundenplan ist abwechslungsreich.

Auch die Durchführung eines eigenverantwortlichen Projekts ist Bestandteil des FSJ Kultur. Hast du schon etwas geplant?

Mein Projekt heißt Hamburg durchs Objektiv und ist ein Fotoworkshop mit und für Jugendliche während der Märzferien. Ich werde den Jugendlichen die Bildgestaltung beibringen und anschließend fotografieren wir gemeinsam Hamburgmotive. Ziel des Workshops ist eine Ausstellung und Versteigerung der Fotos im April in der Elbstation. Schon seit zwei, drei Monaten arbeite ich an dem Projekt. Auf einem FSJ-Bildungstag entdeckte ich mein Interesse an dem Fotografieren und es entstand die Idee des Fotoworkshops. Für die Durchführung werde ich von zwei Projektleitern unterstützt, die mir hilfreiche Tipps geben.

Was hast du nach deinem FSJ Kultur vor, wirst du weiter mit Medien und Jugendlichen arbeiten?

Dass ich irgendetwas mit Medien machen möchte, habe ich schon in der 8. Klasse gewusst. Durch das FSJ hat sich das nochmal verstärkt: Ich möchte Mediengestalter werden und bin schon auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. Meine Kollegen bei der Elbstation helfen mir dabei. Ob ich weiterhin mit Jugendlichen arbeiten werde, weiß ich aber nicht genau. Es macht auf jeden Fall Spaß, und ich mag die Idee, Wissen zu vermitteln. Ich schließe es also nicht aus, vielleicht auch eine Ausbildung im medienpädagogischen Bereich zu machen, dann aber erst später. In der Zwischenzeit möchte ich mich weiterhin in Projekten der Elbstation engagieren.

Was rätst du jenen, die sich noch nicht sicher sind, ob sich ein FSJ Kultur für sie lohnt?

Dieses Freiwillige Soziale Jahr kann und sollte man als Berufsorientierung nutzen. Gerade wenn man gar nicht so genau weiß, was man später machen will. Die Einsatzstellen in Hamburg sind sehr unterschiedlich, und so auch die FSJler. Wenn wir uns treffen, tauschen wir uns viel aus und dadurch habe ich viele neue Ideen erhalten. Ich rate, einfach machen und ausprobieren!

Hast du zum Schluss noch eine schöne Erinnerung, die du gerne mit uns teilen würdest?

Die schönsten Zeiten habe ich sicher mit den Jugendlichen erlebt. Bevor wir mit den Aktivitäten anfangen, setzen wir uns immer zusammen und quatschen. Hier kommen Kids, die sehr verschiedene Hintergründe haben, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen. Die kulturelle Vielfalt in Hamburg war mir natürlich bekannt, aber diese Vielfalt im Alltag, im Beruf zu erleben – besonders zu sehen, dass sich Leute trotzdem verstehen und miteinander gut arbeiten können - hat mir einfach Freude gemacht.

Das Mediennetz Hamburg bedankt sich für das Interview.

Unter dem Motto Rein ins Leben! startete 2001 die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) gemeinsam mit den Landesvereinigungen Kulturelle Jugendbildung e.V. (LKJ) das FSJ Kultur. Was als Modellprojekt in fünf Bundesländern begann, ist nun eine Erfolgsgeschichte – auch in Hamburg: Über 30 Einrichtungen bieten Plätze für Jugendliche an. Das Interesse am FSJ Kultur ist sehr stark, um die 13 000 Jugendlichen haben sich 2012 auf 1850 Plätze beworben. Koordiniert wird das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur in Hamburg seit dem 01. September 2013 von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur e.V. (LAG). Das Projekt wird von der Kulturbehörde und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Bis zum 31. März 2014 können sich Jugendliche von 16 bis 26 Jahren online deutschlandweit bewerben. Nach einem Auswahlverfahren und Bewerbungsgesprächen steht im Juni fest, an wen die Freiwilligendienstplätze vergeben werden. Der Freiwilligendienst startet dann zum 01. September 2014.

TAMARA WACKERNAGEL

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