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Handy auf Toast – und im Toaster
Von den Feinheiten und Raffinessen der Filmproduktion mit dem Handy
"Bluetooth-Sichtbarkeit ist an, dann kannst du das mal ganz geschmeidig auf die Festplatte bugsieren." Solche Sätze sind im Kunstraum von Lehrer Klaus Küchmeister am Gymnasium Meiendorf zu hören. Im Rahmen der Projektwoche vom 28.9. bis 2.10.2009 betreut er ein Handyclip-Projekt, an dem Oberstufenschüler mit dem Fachprofil "Medien" teilnehmen.
Zusammen mit den Medienpädagogen Kristina Thoms und Andreas Hedrich hat er sich zum Ziel gesetzt, den Schülern innerhalb von fünf Tagen die Techniken und Besonderheiten der Filmaufnahme mit dem Handy nahe zubringen.
Vor allem der Blick für die Details und die Objektsicht unterscheiden einen Handyclip von einer herkömmlichen Filmaufnahme. Das sei es, was den Clips einen ganz eigenen Charme und seine eigene Ästhetik verleihe, sagt Klaus Küchmeister. Es gehe ihm um das Künstlerische und Abstrakte. Der Clou sei es, trotzdem noch eine Geschichte zu erzählen. Ob das bei den Schülern so ankommt?
Bei der Einführung und einem ersten spielerischen Ausprobieren am Montag entstehen spannende Sequenzen. Die Tage danach dienen der Drehbuchentwicklung und dem Dreh des Clips. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Feedbackrunden mit den Pädagogen, um das gefilmte Material zu sichten und weitere Anregungen zu erhalten, denn häufig entstehen Szenen, die aus der typischen Kameraperspektive aufgenommen sind. Und immer wieder kommt das Thema auf, welche Drehorte die Schüler ihren Handys zumuten wollen.
Im Kunstraum herrscht ein reges Kommen und Gehen und Gemurmel. An manchen Tagen sind einige Schülergruppen nur auswärts unterwegs beim Dreh am Flughafen oder in der Küche zu Hause. Ideen werden verworfen, neue entstehen. Eine Gruppe steckt schließlich das Handy ganz wagemutig lieber in den Toaster um die glühenden Drähte zu filmen, als das Gefrierfach von innen aufzunehmen.
Bei der Abschlusspräsentation am Freitag wird sichtbar, dass jede Gruppe ihr eigenes Verständnis für die Filmproduktion mit dem Handy entwickelt hat: der Clip "Gespannt" erzählt eine kleine Geschichte, während "Herbsttag" sehr abstakt bleibt und bodennahe Aufnahmen einer Herbstlandschaft zeigt.
"Klar hat es Spaß gemacht", sagt eine Teilnehmerin. Trotzdem war die Projektwoche auch anstrengend. Als jemand am Freitagmittag laut "Fertig!" in den Raum ruft scheint dies das lange erwartete Schlusssignal gewesen zu sein. Noch schnell die Laptops wegräumen und dann ab nach Hause.
Anna Walter (12.08.2010 20:25)








