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"Meine Daten kriegt ihr nicht!"
Das entblößte Leben der Anna Sprellner
Anna Sprellner: 13 Jahre alt, alkoholabhängig, wohnhaft in Hamburg. Email-Adresse, Anna mit einer Bierflasche in der Hand, Anna beim Rauchen, Anna beim totalen Absturz – wer nur will, wird im Internet fündig.
Es ist der 08. Februar 2010. Die Initiative zur Förderung von Datenschutzkompetenz an Hamburger Schulen "Meine Daten kriegt ihr nicht!" wird an der Walddörfer Gesamtschule in Hamburg vorgestellt. Schüler surfen mit ihren Netbooks auf der Suche nach Anna Sprellner durch das Internet und führen vor, wie schnell sich aus einzelnen, unbedacht im Internet hinterlassenen privaten Informationen für jeden Laien ein Gesamtbild zusammenbauen lässt. Anna Sprellners Leben ist für alle zugänglich, die eine Suchmaschine bedienen können.
Digitale Tattowierung
Bei Anna Sprellner handelt es sich um eine fiktive Person. Ihre Identität wurde eigens erstellt, um zu zeigen, wie vor allem junge Menschen tagtäglich andere an ihrer Privatsphäre im Internet teilhaben lassen. "Digitale Tattoowierungen" nennt der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit und Initiator des Projektes Prof. Dr. Caspar in seinem Grußwort die Spuren, die wir tagtäglich im Internet von uns hinterlassen. Und genau wie Tattoos halten diese Spuren wenn vielleicht auch nicht für die Ewigkeit, so zumindest doch ziemlich lange. Was mit 12 noch lustig erscheint, kann einen 20 Jahre später wie ein böser Fluch verfolgen.
Wer das Internet mit seinen sozialen Netzwerken verteufelt, schlägt jedoch den falschen Weg ein. Für viele gehört beides inzwischen zum Alltag. Umso wichtiger ist der richtige Umgang damit. Das Internet sei eine "Datenautobahn", so Dr. Just, Abteilungsleiter der Schulbehörde. So wie wir schon als Kind die wichtigsten Verkehrsregeln beigebracht bekommen, müsse es auch eine "Datenverkehrserziehung" geben. Nur wüssten viele Eltern nicht, wie sie ihre Kinder vor Missbrauch im Internet schützen können.
Hier setzt das Projekt "Meine Daten kriegt ihr nicht!" an: Mit internen und zentralen Fortbildungsangeboten und entsprechendem Schulmaterial soll das Thema Datenschutz in den Lehrplan integriert werden – zunächst bis zu den Frühjahrsferien als Pilotprojekt an der Walddörfer Gesamtschule, später in ganz Hamburg.
"Wie findest du die Fotos von Anna?", wird ein Schüler am Ende des Tages gefragt "Hm, nicht so gut, man soll keine peinlichen Fotos von sich ins Internet stellen", so die schüchterne Antwort. Dass es vom "nicht Sollen" zum "trotzdem Machen" nur ein kleiner Schritt ist, ist kein Geheimnis. Das Wissen zu vermitteln kann nur der erste Schritt sein. Dem reinen Wissen nun auch ein Begreifen folgen zu lassen, wird die Herausforderung in diesem Pilotprojekt sein.
Bis die Initiative auf ganz Hamburg ausgeweitet wird, dauert es noch eine Weile. Informationsmaterial, worauf Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer achten sollten und warum Datenschutz so wichtig ist, gibt es jedoch schon jetzt bei allen Kooperationspartnern der Initiative.
Initiator:
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Kooperationspartner:
Behörde für Schule und Berufsbildung
Polizei Hamburg
NDR
Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Internet:
www.hamburg.de/
Rieke Hoeft (12.08.2010 20:25)
Siehe Projekt
"Meine Daten kriegt ihr nicht!" - Datenschutzkompetenzförderung an Hamburger Schulen
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit entwickelt in Kooperation mit der Schulbehörde, dem LI, der Polizei Hamburg, der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und dem NDR das [...]










