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Innovative Lehrprojekte: Software entwickeln am Touchtable

Programmieren kann manchmal ganz schön abstrakt und einsam sein, aber im Lehrprojekt „Softwareentwicklung mit Touchtables“ war das Gegenteil der Fall: 16 Master-Studierende der Informatik haben gemeinsam Software für Mensch-Computer-Interaktion entwickelt – am Touchtable.

Wie entwickelt man am besten die optimale Software für komplizierte Aufgaben? Eine gute Möglichkeit: im Team. Denn gemeinsam können die Vor- und Nachteile verschiedener Lösungsansätze besser abgewogen werden. Gemeinsam Software zu entwickeln, will allerdings gelernt sein: Diese Kompetenz stand daher im Mittelpunkt des Mastermoduls „Softwarearchitektur“ des Fachbereichs Informatik. Zusätzlich wurden verschiedene Entwurfsmethoden zur Softwareentwicklung vermittelt.

Programmieren mit grafischen Oberflächen

Die Methode, die die Studierenden im Seminar erlernt und eingesetzt haben, arbeitet vor allem mit grafischen Modellen der Modellierungssprache UML. Dafür wurden im neuen Modul erstmals Touchtables eingesetzt. Ihr Vorteil: Die entwickelten grafischen Modelle sind sofort für alle Teammitglieder sichtbar, können besprochen, bearbeitet oder neu entworfen werden.  

Touchtables werden bereits erfolgreich in der Industrie und im Marketing eingesetzt. Im Modul haben die Studierenden den Entwurf von interaktiven Softwaresystemen geübt, also von Systemen, bei denen Mensch und Software direkt interagieren – zum Beispiel für die Produktionsplanung in der Industrie oder beim Erstellen der Steuererklärung. Gleichzeitig wurde die Kompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur gemeinsamen Entwicklungsarbeit und Diskussion gestärkt.

Eine begleitend durchgeführte Studie einer Master-Studentin zeigt: Das neue Konzept funktioniert und kommt bei den Studierenden gut an. Daher soll das Unterrichts-Modul auch in Zukunft beibehalten werden. Dafür soll das Tool, mit der die grafischen Modelle auf den Touchtables bearbeitet werden, noch weiter verbessert werden.

Das neue Unterrichts-Modul wurde von Prof. Maria Knobelsdorf, Prof. Matthias Riebisch vom Fachbereich Informatik der Universität Hamburg unter Mitwirkung von Prof. Axel Schmolitzky (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg) betreut.

Das Lehrlabor des Universitätskollegs

Wie können Lehrveranstaltungen gezielt weiterentwickelt werden? Um dieses Ziel zu erreichen, fördert das Lehrlabor des Universitätskollegs fakultätsübergreifend innovative Lehrkonzepte. Das Projekt „Softwareentwicklung mit Touchtables“ war eines von insgesamt 15 geförderten Projekten im ersten Förderzyklus 2017/18 des Lehrlabors. Die Projekte wurden in der Abschlussveranstaltung der ersten Förderperiode im Lehrlabor Universitätskolleg am 30. Mai vorgestellt.

In dieser Phase wurden Projekte aus der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften und der Fakultät für Geisteswissenschaften gefördert. In den folgenden Förderphasen sind alle Fakultäten eingebunden. Durch den Transfer der erfolgreichsten Konzepte sollen Studierende bei einem erfolgreichen Studium besser unterstützt werden.

Text: Lisa Wolf

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