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Jugend Hackt Nord, Jugendliche bei der Arbeit © CC- BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Sandra Schink

Jugend hackt sucht regionale Partnerorganisationen

Seit 2013 wird Jugend hackt vom Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. (OKF) und mediale pfade.org - Verein für Medienbildung e.V. veranstaltet. Jugend hackt ist ein Programm zur Förderung des Programmiernachwuchses im deutschsprachigen Raum mit gesellschaftspolitischen Fokus. Damit begegnet Jugend hackt zwei Herausforderungen: Erstens der sozialen Benachteiligung im Sinne einer Vereinzelung von Jugendlichen mit hohem Technikinteresse. Denn gerade die hohe Technikbegeisterung und die Zeit vor dem Computer verschiebt die engsten sozialen Kontakte häufig weg von der nächsten Umgebung hin zu ebenfalls technikaffinen Jugendlichen, die im ländlichen Raum seltener anzutreffen sind und deswegen Online stattfinden.

Gerade gegenüber Eltern entsteht so einseitiger Rechtfertigungsdruck, da die quantitative Bewertung der Computernutzung meistens im Vordergrund steht. Zweitens greift das Programm den Umstand auf, dass die Digitalisierung der Welt große Veränderungen für die Menschen birgt und sensibilisiert mögliche zukünftige Programmierer/innen für ihre gesellschaftspolitische Verantwortung.

Ziel von Jugend hackt ist es, die Lebensverläufe der Teilnehmer/innen positiv zu beeinflussen, indem ihre Identität als Hacker/in bestärkt wird und ihnen ein positives Selbstbild von ihren Fähigkeiten und der Bedeutung ihrer Rolle für die Gesellschaft vermittelt wird. Unter dem Motto “Mit Code die Welt verbessern” nutzen die Teilnehmer/innen ihre Technikkompetenz, um in Teams, unterstützt von ehrenamtlichen Mentor/innen, an digitalen Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft zu arbeiten.

Jugend hackt positioniert sich explizit als diverser Raum und fordert von allen Beteiligten die Einhaltung klar kommunizierter Verhaltensregeln, die es jedem/r ermöglichen sollen, sich bei Jugend hackt wohlzufühlen. Alle Informationen dazu finden sich im Code of Conduct.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden jährlichen Hackathons in aktuell neun Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen ab 2019 regelmäßige Angebote für die Jugend hackt Community in Form von regionalen Labs entstehen. Diese Labs veranstalten perspektivisch ein bis mehrere Treffen pro Monat, z. B. Workshops und Vorträge für programmier- und making-begeisterte Jugendliche.

Mit den neu gegründeten Labs soll vor allem der Teil der Zielgruppe mit einem ganzjährigen Angebot erreicht werden, der außerhalb von Großstädten und Ballungszentren lebt und dadurch weniger Zugang zu vergleichbaren Bildungsangeboten in z. B. Makerspaces, FabLabs, oder Hackspaces hat.

Gestartet wird 2019 mit zwei Pilot-Labs, für welche bis zum 30. November 2018 zwei Partnerorganisationen gesucht werden. In 2020 werden zwei weitere regionale Labs hinzukommen, deren Koordination bei den beiden Organisationen liegen wird, die sich jetzt bewerben.

Die Angebote in den Labs werden von regionalen Koordinator/innen organisiert und umgesetzt, begleitet werden sie zusätzlich von ehrenamtlichen Mentor/innen. Die regionalen Koordinator/innen werden bei der OKF angestellt (20h/Woche, in Anlehnung an TVÖD 12, S1) sollen aber ihren Bürositz in Ihrer Organisation haben.

Gerne können sich Organisationen bewerben, die bereits einen Vorschlag für eine/n regionale/n Koordinator/in haben. Es ist jedoch keine zwingende Voraussetzung. Für diese Positionen erfolgen bei Bedarf gesonderte Ausschreibungen, die gemeinsam mit den regionalen Partnerorganisationen gestaltet werden.

Die Angebote können z. B. folgende Formate umfassen:

  1. Workshops: praktisch orientierte Inputs und Umsetzungen aus den Bereichen Hard- und Software, Making, Hacking, gesellschaftspolitische Themen mit Fokus auf eigenständigem Handeln und Ausprobieren durch die Jugendlichen
  2. Vorträge: inhaltlicher Fokus auf gesellschaftspolitische Themen oder fachlich-technischer Input, Vortragende sind ehrenamtlich engagierte Menschen und/oder Technik-Expert/innen.
  3. Selbstständige Projekte der Jugendlichen: Jugendliche setzen gemeinsam eigene Projekte aus den Hackathons fort oder starten neue Projekte.

Die regionalen Koordinator/innen und Mentor/innen sind eingeladen, eigene Workshops und Angebote zu konzipieren und Inhalte aufzubereiten. Gleichzeitig werden von Jugend hackt Open Educational Ressources (OER) aufbereitet, in welchen bereits erprobte Angebote aus dem Jugend hackt Programm (Hackathons, Hello World, Demokratielabore) gesammelt sind.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und mediale pfade.org -Verein für Medienbildung e.V. begleiten die Labs und regionalen Koordinator/innen eng bei der Umsetzung. Die Vereine bieten zudem Weiterbildungen im Bereich Fundraising, die Bewerbung der Angebote in der bestehenden Online-Community und die Möglichkeit an, verschiedene Module aus den Jugend hackt Programmbestandteilen zu besuchen.

Mehr Infos zu Jugend hackt und der Bewerbung: https://okfn.de/blog/2018/10/Labausschreibung-Jugend-hackt/

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